"Er springt alle Menschen an oder steht an ihnen hoch!"
"Wir haben das noch niiie gemacht!"Stellen sie sich einmal vor, nacheinander würde jeder der drei weißen Schäferhunde an einer fremden Person (leider kein Hundebesitzer!) hochstehen oder sie anspringen. Ich denke die Reaktion des Angesprungenen wäre je nach Hundegröße sehr unterschiedlich ausgefallen.
- Beim erwachsenen Hund: "So ein ungezogener Hund" .... "die Reinigung des Mantels bezahlen sie mir" ... "er hat mich bedroht, ich zeige sie an!"
- Beim Junghund: "Der wird`s ja hoffentlich bald lernen“.... "Gehen sie mal in eine Hundeschule"..."das mir das ja nicht wieder vorkommt"
- Beim Welpen: "Ach ist der süß"... "ist ja nicht so schlimm, der ist ja noch so klein"..."Der mag mich" ... und dann wird der Kleine noch gestreichelt... und der Welpe lernt für die Zukunft: "Ist ja toll, wenn ich hochstehe kriege ich richtig viel Aufmerksamkeit! Und dann siehe oben...
Warum stehen Hunde an uns hoch oder springen uns an als Welpe, Junghund oder als erwachsener Hund?
Dass ein Welpe oder Junghund sie anspringt hat folgenden Grund: Er möchte ihre Mundwinkel lecken. Dies ist eine unterwürfige freundliche Geste einem erwachsenen Rudelmitglied gegenüber. Als Wolfsmutter, die gerade von der Jagd zurückkommt, würden sie jetzt durch das Lefzenlecken einen Teil Futter für die älteren Welpen hervorwürgen, die ja in oder vor der Wurfhöhle auf ihre Rückkehr gewartet haben. Es ist also eine Futterbettelgeste, die den Hunden als Wolfserbe geblieben ist. Das hervorwürgen des Futters kappt nicht mehr bei allen Hunden, hier sind manchem die Instinkte abhanden gekommen. Auch der Mensch, wird dies nicht tun, aber meistens gerne diese Sympathiebezeugung hinnehmen, wenn er Hundebesitzer ist.
Wenn sie es zulassen, müssen sie damit rechnen, dass ihr Hund dies auch im Erwachsenenalter tut, da er ja im Prinzip nie richtig erwachsen wird, wenn er (hoffentlich) in der Rangordnung unter seinen Menschen steht.

Sympathiebezeugung
Auch viele freundliche erwachsenen Hunde machen keinen Unterschied, ob der Mensch zur Familie gehört oder nicht. Wen sie sympatisch finden, an dem stehen oder springen sie hoch und "schlabbern" ihn ab, am Mundwinkel, am Ohr oder an der Wange... wenn sie denn so weit hoch kommen. Ihr Fang ist nur ein wenig geöffnet, der Hund winselt oder fiepst wie ein Welpe und freut sich mit dem ganzen Körper.
Nicht Jedermanns Sache, wenn man bedenkt, wo der Hund zuvor überall geleckt oder was er gerade gefressen hat. zudem stützt er sich ja noch mit den Vorderpfoten an seinem "Sympathieopfer" ab, was bei schlechtem Wetter sichtbare Spuren auf der Kleidung hinterlässt. Ältere Menschen oder Kinder, die nicht so stabil auf den Beinen sind können schlimmstenfalls von einem grossen Hund sogar umgeworfen werden, auch wenn er es in freundlicher Absicht geschehen ist.
Achtung! Es ist nicht immer Sympathie ... wenn ein erwachsener Hund sie anspringt, muss es nicht unbedingt in freundlicher Absicht geschehen.
- er sieht sie als Eindringling in sein Revier,
- er fühlt sich von ihnen bedroht und will sie abwehren
- er sie sind in seinen Augen ein rangniederes Rudelmitglied, von dem er sich nichts "sagen" lässt...
...schlicht weg und einfach gesagt: er will ihnen an die Kehle. Er knurrt und grollt tief und reisst seinen Fang auf um sie zu beißen. Die Körperhaltung ist steif und drohend. Eine sehr ernste Lage, vor allem wenn der Hund groß ist oder der Mensch klein z.B. ein Kind. Schützen sie mit ihren Armen und Händen ihr Gesicht und Hals vor Bissverletzungen. Hat der Hund sie außerdem noch umgeworfen, machen sie sich ganz klein, wie zu einem "Päckchen (Hinknien, Kopf auf die Knie drücken und die Arme im Nacken verschränken), um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Trotz allem ruhig bleiben. Heftige Gegenwehr, würde ihn noch mehr reizen.