Freilauf

... Leine los und weg ist der Hund!

Welpen:
Bei einem Welpen (bis 4 Monate) ist es noch sehr einfach zu erreichen, dass er da bleibt. Welpen achten sehr darauf den Anschluss an ihr Rudel nicht zu verlieren. Dies gilt auch für das familieneigene Menschenrudel an das sie sich nach 1 -2 wöchiger Eingewöhnungszeit stark binden. Der Welpe weiß instinktiv, dass er ohne Rudelanschluß in unbekannten Revieren ziemlich auf verlorenem Posten steht. Er ist noch nicht schnell und kräftig genug, er hat noch nicht genügend Erfahrung im Umgang mit "Freund und Feind" ..... usw. Sie als Rudelführer geben einfach die Richtung vor, indem sie langsam aber doch zügig gehen, ab und zu die Richtung wechseln, sich klein machen oder kurz hinter einem Baum verschwinden (Welpe dabei beobachten und notfalls rufen, wenn er ängstlich sucht ...). Der Welpe lernt so frühzeitig auf sie zu achten. Machen sie nicht den Fehler und folgen immer dem Welpen, in einem Hunderudel wäre dies auch nicht der Fall. Welpen wollen und können noch keine großen Strecken laufen. Wichtig ist für sie in diesem Alter ihre Umwelt kennen zu lernen, Geräusche, Gerüche, Menschen, Tiere und Gegenstände.... Sie werden merken, dass ihr Welpe ohne Leine nicht so mutig ist wie an der Leine, an der sie ja seine Rückendeckung sind.

Spielende Junghunde - Sechs Ohren auf  Durchzug Spielende Junghunde - Sechs Ohren auf Durchzug

Damit es nicht so weit kommt hier ein paar Tipps: Freilauf nur da wo sie es verantworten können und wo es auch erlaubt ist.

 

Junghund oder "Warum brauche ich Herrchen oder Frauchen...?" Meistens kennt Ihr Hund jetzt die gewohnten Spazierwege, jede Ecke an der Sie abbiegen, jeden Baum hinter dem Sie schon einmal verschwunden sind und natürlich den Weg nach Hause. Er weiß, wo er seine Hundefreunde findet, dass er dann mit ihnen spielen und raufen kann oder sogar gemeinsam kurz ein Häschen verfolgen.... und Sie rufen und pfeifen und warten am Wegesrand ..... Kommt er dann mit hängender Zunge endlich zurück wird natürlich ordentlich mit Hund geschimpft, er wird angeleint und ab geht´s nach Hause. Kommt das Ihnen bekannt vor, wenn ja dann bitte weiterlesen....

Zur obigen Frage zurück? Warum braucht ihr Hund Sie? Dumme Frage werden Sie sagen. Ich gebe ihm sein Fressen, pflege und streichle ihn, spiele und gehe mit ihm spazieren. Und das Tag für Tag. Das weiß auch Ihr Hund. Aber sind Sie deshalb ein Rudelführer an dem er sich orientiert? Draußen plötzlich nicht mehr. Es gibt Dinge, die sind Hund anscheinend wichtiger. Rennen, richtig spielen, raufen, jagen... der menschliche "Rudelchef" macht da in den wenigsten Fällen mit. In einem Hunderudel ist das anders. Der Rudelführer gibt vor, die anderen folgen. Und was geben wir in den meisten Fällen als angeblicher Rudelchef vor? Langsame Spaziergänge ohne Aufgaben für den Hund, stehen am Wegesrand und warten bis Hund ausgespielt hat.... heimgehen und Hund füttern. Tolles Leben für Hund! Und Mensch ärgert sich!

Nachfolgend ein paar Tipps, die dies ändern könnten:

  • Geben Sie als Rudelführer ihrem Hund neue Aufgaben und Beschäftigung auf dem Spaziergang. So bleiben Sie interessant. Verstecken, Ballspiele, Frisbee, Apportieren, Futterspiele ...
  • "Leine los" heißt ab jetzt nicht mehr für Hund, dass er automatisch machen kann was er will, bis er dazu keine Lust mehr hat! Nehmen Sie eine 5 - 10 m lange Schleppleine, die Sie am Halsband belassen wenn Sie den Hund von der kurzen Leine befreien. Lassen Sie ihn vor dem Freilaufkommando erst Sitz oder Platz machen, damit er nicht gleich losstürmt.
  • Gehorsamsübungen einflechten und auf die Durchführung bestehen. Hier ist die Schleppleine sehr von Nutzen. Sie können ihn auf Distanz sitzen oder Platz machen lassen oder ihn zurückrufen. Achtung! Übungen an der Schleppleine nie machen, wenn mehrere Hunde zusammen spielen wollen. Verletzungsgefahr! Hier besser ohne Leine auf einem eingezäunten Gelände üben!
  • Belohnen Sie ihrer Hund immer, wenn er kommt! Egal was zuvor war! Hund leben im Jetzt! D.h. wenn ihr Hund zu Ihnen kommt, verhält er sich in dem Moment richtig, auch wenn er zuvor den Hasen gejagt hat .... und das richtige Verhalten muss belohnt werden.
  • Richtig belohnen! Ein Futter das nicht schmeckt, eine Stimme die Lobesworte "knurrt" oder ein Spiel das kein richtiges Spiel ist fördern nicht gerade die Bereitschaft des Hundes auf Ruf zu kommen.
  • Gehen Sie mit einem hungrigen Hund spazieren und nehmen Sie seine Futterration in einem Beutel (Futtermäppchen) mit, aus dem Sie ihn bei richtigen Verhalten belohnen. Aber nicht immer nur ein Leckerli geben, sonder mal eine größere Menge, mal nur wenig. So bleiben Sie als Rudelchef und "Futterspender" interessant, denn ohne Kommen gibt es kein Futter. Daheim gibt es dann aber auch nichts in die Schüssel. Erst beim nächsten Spaziergang wieder. Keine Angst der Hund verhungert nicht. Im Wolfsrudel gibt es auch nicht jeden Tag was zu fressen.
  • Lauffreudige Hunde brauchen auch mehr Bewegung. Fahrradfahren macht sie als Mensch schneller und für Hund interessanter.
  • Üben Sie mit anderen Hundebesitzern gemeinsam. Folgsame Hunde in der Gruppe wirken oft Wunder, denn die Hunde lernen voneinander. Meistens aber nur die schlechten Eigenschaften. Haben Sie eine ganze "Hunderüpelgruppe" oder kommen auch alleine mit den Tipps nicht weiter, helfe ich Ihnen gerne im HUNDE-MENSCH-TRAINING.

Er lässt sich nicht mehr anleinen

Dies dürfte nach obigem konsequentem Üben eigentlich kein Problem mehr sein. Hunde lassen sich meistens aus zwei Gründen nicht anleinen.

  • Sie wissen, dass an der Leine der Spaß zu Ende ist und es meistens nach Hause geht. Meistens hüpft der Hund dann wie ein kleiner Kasper vor ihnen herum, zum Greifen Nahe aber doch nicht erreichbar. Ohne Angst vor Ihnen, mit dem Gefühl der Überlegenheit. Was zu beginn des Spaziergangs kein Problem ist ... macht Sie am Ende wütend, vor allem, wenn die Zeit drängt. "An Leine" muss dem Hund Spaß machen. Also Futterbelohnung, Spielchen an der Leine ... und öfters auf dem Spaziergang den Hund rufen, belohnen für Kommen, kurz anleinen, belohnen, eine kleine Strecke gehen, ab leinen ...
  • Der Hund hat Angst vor der Leine oder vor Ihnen. Das sehen Sie an seiner Körpersprache. Er schleicht nur in ihre Nähe, geduckt, zögernd, weicht wieder aus wenn Sie die Hand nach ihm ausstrecken ... Auch das Anleinen zu Beginn des Spaziergangs erweist sich als schwierig, der Hund verdrückt sich unter dem Tisch oder sonstwo, hat aber ansonsten keine Angst auf dem Spaziergang, wenn er ohne Leine laufen darf. Meistens trifft dies bei "Secondhand" Hunden zu, bei denen die Vorgeschichte unbekannt ist. Sie wurden mit der Leine geschlagen oder sie wurde nach ihnen geworfen. Der Hund wurde von seinem Vorbesitzer geschlagen und hat das Vertrauen in die Menschen verloren, so dass er lieber auf Abstand bleibt. Geduld ist hier gefragt und eine lange Schleppleine. Rufen Sie freundlich den Hund, machen Sie sich klein (so wirken Sie nicht so drohend), gehen sie rückwärts und ziehen sie ihn sanft an der Schleppleine zu sich heran. Reden Sie freundlich in hohen Tönen mit ihm (ich weiß, das wird die Männer nicht begeistern!). Ist er bei Ihnen angekommen belohnen, an die Führleine (mit möglichst wenig Metallteilen, da manche Hund vor dem scheppernden Geräusch Angst haben) legen, kurz gehen und wieder ab leinen ... immer wieder. So vermitteln Sie ihm mit der Zeit die Sicherheit und das Vertrauen, dass ihm an der Leine nichts passiert.