Leinenführigkeit
An der Leine gehen .... schön wär`s ja!
Hintergrundwissen:
Hunde haben bekanntlich vier Beine und schon deshalb von Natur aus meistens eine schnellere Gangart als ihr Mensch. Vor allem in jungen Jahren sind sie voll Temperament und Energie, freuen sich nach oft stundenlangem in der Wohnung dahin dösen, dass jetzt endlich Aktion angesagt ist. Draußen riecht es interessant, neue optische Eindrücke und Geräusche ... und vor allem drückt zu Anfang auch die Blase und mehr ... .Leider hängt dieser ewige zweibeinige Ballast hinten an der Leine! Aber wenn man kräftig zieht kommt er schon mit! Die Erfahrung hat`s ja gezeigt!
Ein paar Tipps:
Hier geht es nicht um ein "Bei Fuß" gehen, sondern im Rahmen des Gassi-Spazierganges um ein lockeres an der Leine gehen ..... dies kann vor oder neben dem Menschen sein. Es bringt schon eine Verbesserung, wenn die Leine nicht zu kurz ist ... ideal sind 1,80 m .... so hat ihr Hund mehr Spielraum. Wo es möglich ist können Sie auch eine 5 m Leine einsetzen.... achten Sie unbedingt darauf, dass ihr Hund nicht um sie herumläuft .... Fallgefahr durch Einwickeln.
Welpe:
Ein Welpe kennt meistens nur ein Halsband, wenn er bei Ihnen zuhause einzieht. Eine Leine daran ist also Neuland für den Welpen und wird meistens als störend empfunden, da sie ja den Aktionsradius eingrenzt und Hund nicht mehr dahin laufen kann wo es ihm gerade passt. Trotzdem sollten sie ihn frühzeitig daran gewöhnen, da er ja nicht immer und überall freilaufen kann und darf. Nehmen Sie zu Anfang eine längere 5 m Leine, um ihn nicht zu sehr einzugrenzen. Die Leine sollte leicht sein und trotzdem stabil. Mit einem Karabiner und einer gedrehten Nylonschnur aus einem Baumarkt können Sie sie auch preisgünstig selber basteln. den angeleinten Welpen erst einmal in seine gewünschte Richtung an lockerer langer Leine marschieren lassen, um ihn einzugewöhnen. Klappt dies locken und rufen Sie kurz und mit freundlicher Stimme den Welpen und wechseln gleichzeitig die Richtung. Nachfolgen wird natürlich sofort belohnt (Stimme, Futter, Spielzeug werfen ...). Will der Welpe ihnen nicht folgen, bleiben Sie einfach stehen und warten ab. Er wird merken, dass es in seine Richtung auch nicht weiter geht und sich wundernd zu Ihnen umdrehen oder ihnen sogar entgegen laufen. Jetzt einfach nochmal kurz rufen, leicht an der Leine ziehen und in Ihre gewünschte Richtung gehen. Er wird folgen und natürlich von Ihnen belohnt werden. Das Spielchen öfters wiederholen und es wird immer besser klappen. Leine öfters mit fortgeschrittener Übung mal kürzer und mal länger halten, damit der Welpe sich auch an einen kürzeren angeleinten Aktionsradius in Ihrer Nähe gewöhnt.
Ab Junghundealter:
Sie sind der Rudelsführer, sie geben das Tempo vor ... der Hund soll auf sie achten! Wenn ihr Hund zieht geht es ab sofort nicht mehr vorwärts! Sie bleiben stehen oder gehen wieder in der alter Richtung zurück ... sagen sie gleichzeitig "Nicht ziehen" oder "Langsam". Vorwärts geht es nur, wenn die Leine nicht gespannt ist. Rollileinen führen meistens dazu, dass Hunde noch mehr ziehen, um ein paar Meter gut zu machen. Also besser eine Leine ohne Auf- und Abrollautomatik wählen, so können sie schneller und besser reagieren. Bei großen Hunderassen sind Halsbänder oft besser als Geschirre. Hunde haben viel Kraft im Brustbereich ... denken sie nur an die Schlittenhunde. Bei manchen Hunden wirkt ein Kopfhalfter Wunder ... den richtigen Einsatz zeige ich ihnen gerne im HUNDE-MENSCH-TRAINING. Öfters mal beim Spaziergang an der Leine spontan die Richtung wechseln, ihr Hund wird mehr auf sie achten. Zwischendurch einfach mal ein "Sitz" oder "Platz" einfordern.... das bremst ebenfalls das Lauftempo und zeigt dem Hund, wer das Sagen hat.
An der Leine gehen muss täglich geübt werden, bis es sitzt. Bei Hunden, die nur ab und zu an der Leine gehen müssen oder noch nie an der Leine waren, klappt es selten auf anhieb. Auch wenn der Hund schon lange Zeit an der Leine ziehen durfte, erfordert es viel Geduld und Konsequenz bis man soweit ist. Welpen müssen natürlich erst an eine Leine gewöhnt werden .... verbunden mit vielen positiven Erfahrungen, auch wenn der Aktionsradius plötzlich eingeschränkt ist (siehe oben).
Wie schon anfangs darauf hingewiesen, legen sie sich vielleicht auch eine etwas schnellere Gangart zu, wie walken oder joggen oder sie fahren langsam Fahrrad und lassen den Hund an der Leine nebenher laufen ... aber bitte nur mit einem ausgewachsenen Hund! Vor allem Hundehalter, die ihren Hund draußen nicht von der Leine lassen können, müssen sein Bewegungsbedürfnis ebenfalls befriedigen.
Besonders empfehlenswert ist hier ein eingezäuntes Grundstück, wo er regelmäßig freilaufend mit anderen Hunden und seinem Menschen toben darf.Viele Hundeplätze ermöglichen dies ebenfalls, wenn sie dort trainieren.
Üben sie Nachsicht, wenn Ihr Hund nach langem Warten dringend sein erstes "Geschäftchen" verrichten muss und deshalb zu Anfang zieht, um schnell einen geeigneten Platz zu finden. Ich glaube, auch wir Menschen kennen dieses Gefühl....
Dies sind nur ein paar Tipps, die ihnen vielleicht helfen könnten. Wenn sie mehr Hilfe, bei der Erziehung ihres Hundes benötigen, wenden sie sich einfach an das HUNDE-MENSCH-TRAINING.