Das richtige Timing

Was ist Timing? Timing ist ein abgepasster Zeitpunkt, bei dem sich zwei Vorgänge fast zeitgleich überlagern. 

In der Hundeerziehung bedeutet das, dass der zeitliche Abstand zwischen richtigem Handeln des Hundes und Lob oder falschem Handeln des Hundes und Korrektur, nur minimal sein darf. Um effektiv zu wirken maximal 3 Sekunden. 

Also:  Loben, wenn der Hund richtiges Verhalten noch zeigt. 

"Wir machen halbe, halbe..." "Wir machen halbe, halbe..."

 

 

 

Korrigieren Sie in dem Moment, wo der Hund (oder auch die Katze) unerwünschtes Verhalten zeigt, besser noch in dem Moment, wo er oder sie es gerade vorhat.

Ist der Zeitraum zwischen Tun des Hundes und unserer Reaktion zu groß, besteht die Gefahr der Fehlkonditionierung. Der Hund bezieht das Lob oder die Strafe nicht mehr auf sein ursprüngliches Tun.

Man merkt, dass man hier als Hundeführer auch kundig sein sollte, über den Ausdruck der Körpersprache und Mimik ( sie verändert sich bei Anspannung, Interesse, Ablenkung, Desinteresse oder Angst ) seines Hundes.

 

Hier ein Übungsbeispiel: Wann ist der beste Zeitpunkt zur Korrektur des Hundes?
Sie kommen ins Zimmer und sehen, dass Ihre Wurstsemmel auf dem Tisch fehlt Ihr Hund sieht sehr satt und zufrieden aus und döst in seinem Korb. Was tun Sie?
A) Ich schimpfe mit dem Hund
B) Schimpfen ist zwecklos, da die "Straftat" schon länger zurückliegt.

 

Lösung: B) ist natürlich richtig! Wenn Sie hätten korrigieren wollen, dann hätten Sie ein "Donnerwetter" loslassen müssen indem Moment, wo Sie den Hund beim Fressen der Wurstsemmel erwischen oder wenn Sie sehen, dass er dies gerade vorhat. Strafen Sie den Hund zu einem späteren Zeitpunkt, dann würde er die Strafe auf sein im Korb liegen beziehen und vielleicht in Zukunft seinen Korb meiden. Ein Hund denkt eben nicht wie ein Mensch.

 

Das Gleiche gilt natürlich für das Loben des Hundes. Achten Sie darauf, dass Sie dann loben, wenn der Hund noch das richtige Verhalten zeigt. Einfach oder? In der Theorie schon, aber in der Praxis? Wie oft sehe ich in den Trainingskursen am Anfang, dass der Mensch nach dem Leckerli oder dem Ball für die erfolgreiche "Sitzübung" kramt, der Hund inzwischen aber schon längst aufgestanden ist, wenn er dann belohnt wird. Jetzt hat Ihr Hund gelernt: Wenn ich nach dem "Sitz" aufstehe bekomme ich eine Belohnung. Wollten Sie das?

 

Also denken Sie beim nächsten Mal an das richtige Timing!